Gyeongbokgung ist der erste und größte der fünf Palastanlagen, die während der Joseon-Dynastie in Seoul errichtet wurden. Gegründet 1395 von König Taejo, dem Begründer der Dynastie, diente er über Jahrhunderte als Hauptresidenz der koreanischen Könige und Schauplatz zentraler Staatszeremonien. Unter König Sejong dem Großen — der hier im 15. Jahrhundert das koreanische Alphabet Hangul entwickeln ließ — erlebte der Palast seine kulturelle Blütezeit.
Im Imjin-Krieg 1592 brannte die gesamte Anlage nieder und blieb fast 300 Jahre lang Ruine, bis sie in den 1860er-Jahren unter König Gojong originalgetreu wiederaufgebaut wurde. Während der japanischen Kolonialzeit (1910–1945) wurden erneut hunderte Gebäude abgerissen, um Platz für ein Kolonialverwaltungsgebäude zu schaffen. Seit den 1990er-Jahren läuft ein langfristiges Restaurierungsprogramm, das bis 2045 rund 40 % der ursprünglichen Anlage wiederherstellen soll. Die zweistöckige Gyeonghoeru-Pavillonhalle auf ihrer künstlichen Insel — einst Schauplatz königlicher Bankette — zählt zu den eindrucksvollsten erhaltenen Bauten.
Das Hanok-Viertel Bukchon liegt zwischen Gyeongbokgung und dem benachbarten Changdeokgung-Palast und war während der Joseon-Zeit dem hohen Adel und den Regierungsbeamten vorbehalten — der Name bedeutet wörtlich „nördliches Dorf". Die traditionellen Holzhäuser mit ihren geschwungenen Ziegeldächern haben sich hier, anders als in weiten Teilen der modernen Millionenmetropole, bis heute erhalten und werden inzwischen als Wohnhäuser, Teehäuser und kleine Museen genutzt.
Die DMZ entstand mit dem Waffenstillstandsabkommen von 1953, das den Koreakrieg beendete, ohne einen offiziellen Friedensvertrag zu schließen — Nord- und Südkorea befinden sich formal bis heute im Kriegszustand. Der rund 4 km breite und 250 km lange Streifen entlang des 38. Breitengrads zählt zu den am stärksten befestigten Grenzen der Welt. Der 3. Infiltrationstunnel wurde 1978 entdeckt und sollte laut südkoreanischer Einschätzung als Angriffsroute für nordkoreanische Truppen dienen; der Dora-Aussichtspunkt bietet einen der wenigen legalen Blicke auf nordkoreanisches Gebiet.
Der 1983 gegründete Bukhansan-Nationalpark verdankt seinen Namen seiner Lage nördlich des Han-Flusses. Mit jährlich rund fünf Millionen Besuchern gilt er als einer der meistbesuchten Nationalparks der Welt gemessen an seiner Fläche. Die markanten Granitgipfel — allen voran Baegundae mit 836,5 m — entstanden durch Millionen Jahre andauernde Erosion des Granitgesteins. Im Park liegt auch die Bukhansanseong-Festung, deren Ursprünge bis ins Jahr 132 zurückreichen und die 1711 zu ihrer heutigen Ausdehnung erweitert wurde, um Seoul vor Invasionen zu schützen.