Gyeongju war fast tausend Jahre lang, von 57 v. Chr. bis 935 n. Chr., Hauptstadt des Silla-Königreichs — einer der langlebigsten Dynastien der Weltgeschichte. Zur Blütezeit im 8. Jahrhundert soll die Stadt eine der größten der Welt gewesen sein. Die historischen Stätten Gyeongjus wurden 2000 gemeinsam als UNESCO-Welterbe „Gyeongju Historic Areas" eingetragen.
Der Gräberpark Daereungwon vereint 23 Grabhügel von Königen, Königinnen und Adligen der Silla-Zeit unter sanft geschwungenen Rasenkuppen. Die ersten systematischen Ausgrabungen erfolgten während der japanischen Kolonialzeit in den 1920er-Jahren; darunter befand sich 1921 das sogenannte „Goldkronen-Grab" (Geumgwanchong), das eine der berühmtesten Goldkronen Koreas zutage förderte. Bis heute empfängt die Anlage rund eine Million Besucher jährlich und zählt zu den meistfotografierten Orten Südkoreas.
Der Bulguksa-Tempel wurde im 8. Jahrhundert unter der Silla-Dynastie errichtet und gilt als Meisterwerk buddhistischer Tempelarchitektur — 1995 wurde er gemeinsam mit der nahegelegenen Seokguram-Grotte zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Die Grotte beherbergt eine monumentale Buddha-Statue, die so positioniert ist, dass sie bei klarem Wetter den Sonnenaufgang über dem Ostmeer betrachtet — nach traditioneller Deutung ein Symbol für den Schutz des Silla-Reichs vor Angriffen aus dem Meer.
Der Donggung-Palast diente als Nebenresidenz des Kronprinzen und Ort für Staatsbankette; der angeschlossene künstliche Teich Wolji („Mondteich") wurde im 7. Jahrhundert angelegt. Die heute frei zugänglichen, nächtlich beleuchteten Pavillons wurden erst im 20. Jahrhundert archäologisch wiederentdeckt und teilrekonstruiert — ihr Spiegelbild auf der Wasseroberfläche gilt als eines der stimmungsvollsten Fotomotive Koreas.